Institutsschlüssel versus Himmelsschlüssel — Eine persönliche Überlegung (2017)

Vom 1. Juni 1987 bis zum 31. März 2016 leitete ich das Medizinhistorische Institut der Universität Bonn, seit 1. September 2014 kommissarisch.

Anmerkung vom 10.07.2017:

Kürzlich wurde ich an einen Bericht über das Institut erinnert, den ich 1992 in den Bonner Universitätsnachrichten veröffentlichte, siehe diesen Blog-Beitrag.

Die neue Institutsleitung, seit 1. Februar 2017 im Amt, sprach mir das Nutzungsrecht von Räumen des Instituts ab, mit Billigung des Dekans der Medizinischen Fakultät sowie des Rektors der Universität.

Am 1. Juni 2017 sind es also 30 Jahre, dass ich diesen Schlüssel (Fotos siehe unten) bei mir getragen habe. Er öffnete mir als Generalschlüssel alle Türen im Institut, in dem ich ständig ein- und ausging, wenn ich nicht gerade auf Reisen war.

Anmerkung vom 6.07.2017:

Nun ist der Schlüssel in seiner alten Bedeutung wertlos geworden und ich habe ihn zurückzugeben, was demnächst geschehen wird — siehe hier.

Diese Situation veranlasst mich, eine kleine Reflexion über Schlüssel, Schlösser und Türen anzustellen, eingedenk der verschiedenen Dimensionen der Schlüsselfrage.

Aber diese Geschichte erinnert mich daran, dass ein Institut, selbst das schönste und beste, noch lange nicht der Himmel ist und ein Institutseingang noch lange kein Himmelstor — ein tröstlicher Gedanke. Davon zeugt ein Fresko der Sixtinischen Kapelle, wie die Abbildung zeigt.    

Perugino_Keys

Pietro Perugino: Christus übergibt Petrus den Schlüssel zum Himmelreich (Fresken in der Sixtinischen Kapelle, 1480–1482) (aus Wikipedia)

Ein Schlüssel aus Metall mit einer eingravierten Nummer bzw. ein Schlüsselbund ist keine Schlüsselblume in ihrer wunderbaren Einzigartigkeit.

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Schlüsselblume, Himmelsschlüssel (aus Wikipedia)

Im Folgenden einige Fotos, die ich heute, am 25. Mai 2017, aufgenommen habe. Sie zeigen zunächst meinen Schlüsselbund mit Institutsschlüssel und dann den Schlüssel als Einzelstück, der nun nicht mehr gebraucht wird. Seine symbolische Bedeutung ist zwar enorm, wird aber durch diese Reflexion sub specie aeternitatis auf ihr tatsächliches irdisches (nichtiges) Maß zurückgeführt.

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Mein Schlüsselbund am 25. Mai 2017 — mit Institutsschlüssel (auf der linken Seite der unter Schlüssel mit der Gravur „HS“ (bedeutet ursprünglich HauptSchlüssel, nicht Heinz Schott)

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Derselbe Schlüsselbund mit Blitzlicht fotografiert

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Mein Institutsschlüssel, fast drei Jahrzehnte mein Begleiter im Alltag!

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Derselbe Schlüssel mit Blitzlicht fotografiert

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Die Rückseite meines Schlüssels

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